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Große Wände faszinieren jeden Bergsteiger. Das Eigenartige ist nur: Sie sind
umso faszinierender, je länger, steiler, ungegliederter, brüchiger und
gefährlicher sie sind. Die Kunst liegt darin, solche Wände mit der
notwendigen Mischung aus Mut und Respekt anzugehen. Gepaart mit
entsprechender Vorbereitung, langjähriger Erfahrung und technischem Können.
Und dem Wissen sowie der nötigen Geduld, gutes Wetter und gute Verhältnisse
abzupassen. Nur dann lassen sich die großen Wände richtig lesen. Nur dann ist
man in der Lage, die richtige Linie zu finden. Als kompletter Bergsteiger
also.
Unter diesem Gesichtspunkt hätte ich als Teenager lieber die Finger von der
Ortler Nordwand, der Pallavicini-Rinne am Großglockner oder dem
Gervasutti-Couloir am Mont Blanc lassen sollen. Dass ich meine Sturm- und
Drangjahre überlebte, hat auch mit Glück zu tun. Die schönsten kombinierten
Routen habe ich im Mont Blanc-Gebiet gemacht. Zum Beispiel die "Jackson" an
der Droites. Zum Glück gibt es noch viele dieser Wände: Genügend Ziele für
ein Bergsteigerleben.
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